Wieviel Berliner Mauer steckt in der Uferwand vom Yaam?

 Yaam Uferwand

(oben) Abbildung 1 zugemauerter Schiffsanleger in Höhe der Schillingbrücke

(unten) Abbildung 2 zugemauerter Schiffsanleger in Höhe des heutigen Yaam-Gartens 

Ende Juni dieses Jahrs wurde mit einem statischen Gutachten nachgewiesen, dass die Uferwand beim YAAM saniert werden muss. Diese Uferwand ist zu Anfang der 1930er Jahren im Zusammenhang mit dem dort errichteten Stadtfuhrpark angelegt worden, in dessen ehemaligen Garagen sich seit 2014 das Yaam befindet. (*1)

Stadtfuhrpark

Stadtfuhrpark Grundriss

Der Uferstreifen war ab den 1960er Jahren Teil der Hinterlandsicherung der Sperranlagen der DDR. Denn das Gelände des Yaam gehörte wie die dortige Spree zu Ost-Berlin. (Siehe pdf-Datei der Ausstellung Erinnerungsräume Mauer und Clukultur 2014). Das gegenüber liegendem Ufer von Kreuzberg mit dem BEHALA Gelände gehörte zu West-Berlin. So wurde das Gebäude des heutigen Yaam zu einem Teil der Grenzsicherungsanlagen der DDR. (*1) In dem Zusammenhang sind alle Möglichkeiten von der Uferwand in die Spree zu gelangen verschlossen worden. So wurden die Stufen des Schiffsanlegers der Personenschifffahrt in Höhe der Schillingbrücke vermauert und verputzt (Abb. 1). Bei einer weiteren Treppe eines Schiffsanlegers in der Uferwand, in Höhe des heutigen Gartens des Yaam ist die Vermauerung mit Hohlblocksteinen, wie sie für die 1. Generation der Mauer typisch war, noch gut zu erkennen (Abb. 2). (*3)

Es wird sicher spannend wie das Landesdenkmalamt mit den erhaltenen Elementen der Berliner Mauer umgehen wird. Bisher steht die Uferwand noch nicht unter Denkmalschutz.

(*1) Nach der Öffnung der Mauer befanden sich hier die Clubs Deli bis 2002, Maria ab 2003 mit Josef ab 2005, Ads 2011, Magdalena ab 2012.

(*2) Für diesen konkreten Teil des Grenzverlaufes sind mehrere Fluchtversuche bekannt, für Werner Probst (14.10.1961) und Manfred Weylandt (15.02.1971) endeten diese mit dem Tod. Im weiteren Umfeld der Schillingbrücke sind fünf Todesfälle im Zusammenhang mit der Berliner Mauer bekannt.

(*3) Auf dem Gelände des Yaam befinden sich weitere Elemente der einstigen Grenzanlagen der DDR, ein Abschnitt der Hinterlandmauer, ein Teil des Postenweges, Betonkübel die auf der Zufahrt zur  Schillingbrücke standen (Durchfahrtsperren genannt) und Holblocksteine mit denen die hofseitigen Fenster und Zufahrten der Garagen zugesetzt sind.